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BFA verdoppelt Asyl-Statusentscheidungen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BFA haben 2015 36.227 Statusentscheidungen nach dem Asylgesetz getroffen, fast doppelt so viele Entscheidungen wie 2014. Insgesamt konnten in allen Arbeitsfeldern mehr Erledigungen erzielt werden als im Vorjahr. BFA-Direktor Mag. Wolfgang Taucher präsentierte die Arbeitsergebnisse des BFA am 19. Jänner 2015 in Wien.

Aufgrund der dramatischen Situation in Syrien und anderen Krisenherden in der Welt ist Europa und damit auch Österreich mit einem steigenden Migrationsdruck konfrontiert. Der damit einhergehende starke Anstieg der Asylanträge stellte das gesamte österreichische Asylsystem vor besondere Herausforderungen. "Trotz dieser herausfordernden Ausgangslage konnten wir 2015 in allen Arbeitsbereichen bessere Ergebnisse erreichen, als 2014", sagte BFA-Direktor Wolfgang Taucher. Im Zeitraum von 1. Jänner bis 31. Dezember 2015 hat das BFA insgesamt 85.085 Entscheidungen getroffen, davon 41.312 im Asylbereich und 43.773 im Bereich des Fremdenrechts.

Verdoppelung der Entscheidungen nach dem Asylgesetz

Im Asylbereich hat das BFA mit 36.227 Statusentscheidungen nach dem Asylgesetz doppelt so viele Entscheidungen getroffen, wie 2014. 13.888 Personen erhielten eine positive Entscheidung. Dabei handelt es sich um Entscheidungen erster Instanz und nicht um Anerkennungsquoten. Syrische Staatsangehörige (inkl. Staatenlose) machen rund 72 Prozent der positiven Asylentscheidungen aus. Top-3-Nationen bei den negativen Asylentscheidungen sind Kosovo, die Russische Föderation und Afghanistan. An vierter Stelle liegt Pakistan. 2.203 Personen, davon größtenteils afghanischen Staatsangehörigen, wurde subsidiärer Schutz verliehen.

8.365 Ausreisen

2015 erfolgten 8.365 Ausreisen, davon 3.278 zwangsweise und 5.087 freiwillige Ausreisen. Im Vergleich zu 2014 gab es um 40 Prozent mehr Außerlandesbringungen. Darüber hinaus konnte das BFA im Jahr 2015 seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen die höchste Zahl der freiwilligen Rückkehrer verzeichnen. Es wurden 32 Charter-Rückführungen per Flug und Bus in acht Destinationen durchgeführt. Damit erfolgte jeden 12. Tag im Jahr eine Charter-Rückführung. Unter den EU-Mitgliedsstaaten ist Österreich die letzten Jahre bislang das aktivste Mitglied – und somit "Europameister" – bei der Organisation von und der Teilnahme an gemeinsamen Charter-Rückführungen. Zudem wurden Rückkehr- und Reintegrationsprojekte für Staatsangehörige aus Afghanistan, Pakistan und der Russischen Föderation durchgeführt.

Mit 31.795 Dokumentenverfahren (Fremden- und Konventionsreisepässe) 2015 war dieser Kompetenzbereich des BFA weiterhin sehr ressourcenintensiv. Es wurden um 30 Prozent mehr Dokumentenverfahren geführt, als 2014. Im März 2015 wurde zudem ein neues Passcenter der Regionaldirektion Wien als Servicecenter für Fremden- und Konventionsreisepässe eröffnet.

206 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die gestiegenen Asylanträge erforderten eine Personalaufstockung im BFA. Die qualitätsvolle Personalrekrutierung und die Ausbildung von geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellten einen ressourcen- und zeitintensiven Schwerpunkt dar. "Hauptaugenmerk wurde und wird auf die Ausbildung der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelegt. Parallel zu den theoretischen Intensivschulungen erfolgt verstärkt eine praktische Ausbildung an der jeweiligen Dienststelle, wo die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schritt für Schritt an ihre neue Tätigkeit herangeführt werden", erklärte Taucher. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 206 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgenommen. Damit waren Ende 2015 895 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inkl. Verwaltungspraktikanten, Lehrlinge und Zivildiener im BFA beschäftigt. Ein weiteres Personalpaket wird 2016 umgesetzt. Dabei werden im BFA zusätzlich 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Bearbeitung der Asylverfahren aufgenommen.


Artikel 13286
vom Dienstag, 19.Jänner 2016, 15:05 Uhr

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